Immer mehr Fachleute diskutieren derzeit mögliche Risiken von Wegovy, Ozempic und Zepbound bei Menschen mit bestehenden oder früheren Essstörungen. Besonders kritisch betrachtet werden aktuell Fälle von Anorexie, atypischer Anorexie, Bulimie und Binge-Eating-Störung.
Was derzeit berichtet wird
• Essstörungszentren und Ärzte berichten über zunehmend problematische Nutzung von GLP-1-Medikamenten bei vulnerablen Patienten.
• Besonders diskutiert werden Online-Plattformen und Telemedizin-Anbieter, bei denen Essstörungen möglicherweise nicht immer ausreichend erkannt werden.
• Teilweise sollen Patienten falsche Angaben zu Gewicht oder Symptomen machen, um Zugang zu den Medikamenten zu erhalten.
Warum das problematisch sein könnte
GLP-1-Medikamente reduzieren Hunger, Appetit und sogenannte „Food Noise“ (ständige gedankliche Beschäftigung mit Essen).
Genau diese Körper- und Hungersignale spielen jedoch in vielen Essstörungstherapien eine wichtige Rolle. Fachleute diskutieren deshalb, ob die Medikamente bei manchen Betroffenen:
• restriktives Verhalten verstärken könnten,
• Rückfälle begünstigen könnten,
• oder die Wahrnehmung natürlicher Hunger- und Sättigungssignale zusätzlich verändern könnten.
Was derzeit wissenschaftlich bekannt ist
• Für aktive restriktive Essstörungen gelten GLP-1-Therapien derzeit als besonders kritisch.
• Bei Binge-Eating-Störung zeigen kleine Studien teilweise weniger Essanfälle unter GLP-1-Therapie.
• Die Datenlage ist bisher aber begrenzt und reicht nicht für klare Empfehlungen aus.
• Langzeitdaten zu psychischen Auswirkungen oder Rückfallrisiken fehlen weitgehend.
Wichtige Einordnung
Die aktuelle Debatte bedeutet nicht, dass GLP-1-Medikamente grundsätzlich Essstörungen verursachen.
Der derzeitige wissenschaftliche Fokus liegt eher auf:
• möglichen Risiken bei vulnerablen Personen,
• unzureichendem Screening,
• fehlenden Langzeitdaten,
• und der Frage, wie psychische Faktoren bei GLP-1-Therapien künftig besser berücksichtigt werden sollten.
Quellen
• Washington Post — „Weight-loss drugs pose dangers for people with eating disorders, experts warn“
• National Eating Disorders Association (NEDA)
• ANAD — National Association of Anorexia Nervosa and Associated Disorders
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